LANDMARK HUBLAND
Kunst am Bau Wettbewerbsbeitrag für den Campus Hubland der Universität Würzburg.
Der Entwurf „Wissensstrahler“ wurde zur zweiten Wettbewerbsphase eingeladen und weiterbearbeitet.
. Konzept Die Installation „Wissensstrahler“ reagiert auf die weitläufige, horizontale Struktur des Campus Hubland. Anstatt ein isoliertes Objekt zu schaffen, integriert sie sich als gestalterisches Element in die Landschaft. Durch die Setzung vertikaler Akzente wird die bestehende Weite des Campus neu interpretiert und erlebbar gemacht. Ort und Kontext Der Campus Hubland ist geprägt von großzügigen Grünflächen und zurückhaltender Architektur. Die Installation nimmt diese Charakteristika auf und ergänzt sie durch einen bewussten Kontrast. Die Weite des Campus, besonders von der organisch geformten Brücke aus wahrnehmbar, wird durch die vertikalen Elemente neu akzentuiert. Vertikale Intervention Die Installation bricht die horizontale Dominanz des Campus durch eine Serie von schlanken, konischen Masten. Diese vertikalen Elemente dienen als „visuelle Filter“, die die Umgebung neu rahmen und den Blick des Betrachters lenken. Sie schaffen eine starke Präsenz aus verschiedenen Perspektiven, sei es von der Straße, der Brücke oder aus der Ferne. Farbe als Kontrast und Verbindung Die Masten erhalten durch zufällige Farbcodierungen eine zusätzliche, visuell angenehme Dimension. Diese Farben bilden einen bewussten Kontrast zur Umgebung und bereichern den Campus um eine spielerische Vielfalt. Die zufällige Verteilung der Farben erzeugt ein flackerndes, lebendiges Bild, das die Landschaft dynamisch unterbricht. Obwohl die Farben unverändert bleiben, interagieren sie dynamisch mit dem wechselnden Licht und den Jahreszeiten, was zu einer sich ständig wandelnden Wahrnehmung der Installation führt. Material Die Installation besteht aus schlanken, konischen Vollwandmasten aus feuerverzinktem Stahl in erhöhter Güte S355 nach DIN EN 10025. Um die gewünschte Farbigkeit dauerhaft im Außenraum zu sichern, werden die verzinkten Oberflächen zunächst mit einer zweikomponentigen Epoxidharz-Grundierung behandelt und anschließend mit einem lösemittelbasierten Polyurethan-Decklack beschichtet. Der Farbauftrag erfolgt im Spritzverfahren, wodurch weiche Übergänge und ein lebendiges Erscheinungsbild entstehen können. Abschließend schützt eine Klarlackschicht auf Polyurethanbasis mit UV-Filter die Oberfläche vor Verwitterung und erhält die Farbstabilität in einem halbmatten Glanzgrad. Die Verankerung der Masten erfolgt über vorgefertigte Stahlbetonfundamente, die eine dauerhafte Stabilität und eine effiziente Umsetzung ermöglichen. Form und Konstruktion Die Installation besteht aus einer variablen Anzahl von konischen Masten mit einer lichte Höhe von 10 Metern. Diese Höhe respektiert die Dimensionen der umgebenden Bebauung. Die einfache konische Form der Masten verleiht der Installation eine elegante, leichte Anmutung. Für eine effiziente und nachhaltige Umsetzung ist die Verwendung von vorgefertigten Lichtmasten und Fundamenten vorgesehen, wobei auch der Einsatz recycelter Materialien besonders in Betracht gezogen wird. Gesamtidee „Wissensstrahler“ symbolisiert die Vielfalt der Menschen, Disziplinen und Ideen, die auf dem Campus Hubland zusammenkommen. Die Kombination aus einfachen, konischen Formen und zufälligen Farbverteilungen schafft ein wiedererkennbares, identitätsstiftendes Merkmal. Ähnlich wie Fahnenmasten übernehmen die Elemente eine repräsentative Funktion im Raum, doch anstelle von Fahnen tragen sie selbst die Farbe und die Botschaft. Die Masten werden so zu eigenständigen Trägern von Vielfalt und Lebendigkeit. Die Installation funktioniert an einem, mehreren oder allen Standorten und behält dabei ihre Wirkung. Nicht zuletzt macht die Arbeit sichtbar, wie ein vertrautes Element des öffentlichen Raums, der Mast einer Straßenlaterne, eine neue Bedeutung gewinnen kann. Im Alltag bewegen wir uns ständig zwischen solchen Objekten, ohne ihnen besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Sie bleiben im Hintergrund, als selbstverständlicher Teil der Umgebung. Die Installation rückt dieses gewöhnliche Bauteil ins Zentrum der Wahrnehmung und eröffnet damit eine neue Lesart. Der Mast wird zu einem gestalterischen Element, das den Blick auf unsere gebaute Umwelt lenkt und zugleich den Zusammenhang zwischen Architektur, Landschaft und Wahrnehmung neu erfahrbar macht.
Publikation
www.stbawue.bayern.de









